Einzelunternehmen gründen in Österreich

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Einzelunternehmen gründen

Viele Angestellte denken oft darüber nach, wie es wohl wäre, eine eigene Unternehmung zu gründen, um so der eigene Chef und niemanden Rechenschaft schuldig zu sein. Allerdings trauen sich nur die Wenigsten, den Schritt tatsächlich zu gehen. Viel zu groß ist die Angst einen sicheren Job aufzugeben, um die Selbstständigkeit zu wagen. Unklarheiten über gesetzliche Rahmenbedingungen lassen den Traum zusätzlich in weite Ferne rücken.

Allerdings ist die Gründung einer Unternehmung nicht immer mit großem behördlichen Aufwand verbunden. Eine Rechtsform ist dabei besonders unkompliziert: das Einzelunternehmen.

Die Gründung einer Einzelunternehmung ist im Gegensatz zur Gründung einer GmbH oder Personengesellschaft vergleichsweise einfach. Der Unterschied besteht hier vor allem darin, dass der Unternehmer alleine agiert und weder Partner beziehungsweise Gesellschafter besitzt. Doch trotz des relativ niedrigen Gründungsaufwands hat die Einzelunternehmung nicht nur Vorteile, was vor allem der Haftungsaspekt deutlich macht.

Einzelunternehmen gründen: Der Gründungsakt in maximal drei Schritten

Entscheidet sich der Unternehmer zur Gründung eines Einzelunternehmens, ist dies – abhängig vom Geschäftsfeld – in wenigen Schritten erledigt. Grundsätzlich entsteht das Einzelunternehmen mit dem Start der Tätigkeit. In manchen Fällen ist es jedoch erforderlich, einige zusätzliche Schritte zu gehen:

  • Gewerbeanmeldung
  • Betriebsanlagengenehmigung
  • Eintragung ins Firmenbuch

Die Gewerbeanmeldung ist dann nötig, wenn der Einzelunternehmer eine gewerbliche Tätigkeit ausführt. Für die Anmeldung des Gewerbes reicht ein Besuch beim Gewerbeamt. Sind allerdings bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen, um das Gewerbe auszuführen, müssen diese Voraussetzungen nachgewiesen werden.

Eine Eintragung ins Firmenbuch ist nur dann notwendig, wenn der Umsatz des letzten Jahres die Grenze von 1.000.000 Euro übersteigt beziehungsweise in zwei aufeinanderfolgenden Jahren jeweils über 700.000 Euro liegt. Denn dann ist der Einzelunternehmer zur Rechnungslegung verpflichtet.

Als Firmennamen darf der Einzelunternehmer folgende Bezeichnungen wählen:

  • Name des Unternehmers (Personenfirma)
  • Sachbezeichnung der unternehmerischen Tätigkeit (Sachfirma)
  • Fantasiebezeichnung, die sich von anderen Firmen unterscheidet und nicht zu Verwechslungen führt (Fantasiefirma)

Zusätzlich dazu trägt die Firma den Zusatz „eingetragene Unternehmerin“, „eingetragener Unternehmer“ oder kurz: „e.U.“.

Der Gründungsaufwand einer Einzelunternehmung beschränkt sich also auf ein Minimum und ist im Idealfall bereits mit der Aufnahme der Tätigkeit erledigt.

Haftung und Steuern

Als Einzelunternehmer ist der Inhaber unmittelbar und persönlich haftbar. Das bedeutet, dass der Einzelunternehmer bei Schulden auch mit seinem Privatvermögen haften muss, was ein ganz entscheidender Nachteil sein kann. Zusätzlich ist der Einzelunternehmer einkommensteuerpflichtig. Laufende Vorauszahlungen jeweils zum 15.2., 15.5., 15.8. und 15.11 des Jahres sind hier verpflichtend. Mehr zu den Fristen lernen Sie in unserem Steuerkalender.

Im ersten Jahr werden diese Vorauszahlungen geschätzt. Im zweiten Geschäftsjahr basieren die Vorauszahlungen auf der erstmaligen Festsetzung. Die Umsatzsteuer wiederum ist nur von Einzelunternehmern zu berechnen beziehungsweise abzuführen, wenn der Jahresumsatz höher als 30.000 Euro (netto) ist.

Die Gründung eines Einzelunternehmens ist letztendlich sehr einfach. Allerdings darf der Einzelunternehmer nicht vergessen, dass die niedrigen Hürden mit einem erhöhten Haftungsrisiko verbunden sind. Für den erfolgreichen Start in die Selbstständigkeit ist ein Einzelunternehmen jedoch genauso gut geeignet, wie Kapital- oder Personengesellschaften.

Weiterführende Links zur Gründung eines Einzelunternehmens

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Mit über 20 Jahren Branchenerfahrung führt Franz Schmid seine Steuerkanzlei in Jenbach, Tirol. Seine Klienten vertrauen dabei zum einen auf sein umfassendes Branchenwissen und zum anderen auf die intensive, persönliche Betreuung.